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Kurbelwellensimmering schon wieder undicht - Kurbelwelle zu scharfkantig?

  • Moin Leute,

    ich habe jetzt zum zweiten Mal das Problem, dass ich relativ massiv Öl im Kurbelgehäuse habe. Im Kurbelgehäuse steht etwa ein Teelöffel Getriebeöl und Kurbelwelle, Kolben und Zylinder sehen aus wie frisch ausgepackte Ölsardinen. Kolbendach und Zylinderkopf sind auch pechschwarz.

    Kurz zur Vorgeschichte:

    Ich habe den Roller gekauft und habe den Motor aufgrund von verschiedenen Ideen zerlegt. Dabei war das Kurbelgehäuse komplett trocken - das Gehäuse KANN also trocken bleiben, wenn es will.

    Dann habe ich alles wieder zusammengebaut (und ja, ich habe schon mehrere Vespa-Motoren problemlos aufgebaut). Nach ein paar hundert KM wollte ich eine andere Fußdichtung montieren, dabei sah ich die oben beschriebene Ölmenge im Kurbelgehäuse. Ich hatte einen SIP-Premium Simmering (ist glaube ich Corteco), Metall mit brauner Lippe montiert.

    Daraufhin habe ich einen BGM-Viton-Ring gekauft und diesmal mit Loctite eingeklebt. Außerdem habe ich den Ring wirklich gut geölt und bin extrem vorsichtig vorgegangen. Einen Tag später habe ich den Motor mit der bekannten Blutdruckmessgerät-Methode abgedrückt und hatte einen Druckverlust von 0,08 mmHg pro 10 Minuten (Grenzwert war 0,20) - also alles Top. Der Motor lief auch besser und wurde nicht mehr so heiß. Probleme mit der Gehäusedichtung oder Risse/Lunker im Gehäuse schließe ich daher aus.

    Nun habe ich bei einer Routinewartung, etwa 500 km später, wieder dieselbe Menge Öl im Kurbelgehäuse. Simmering sieht - wie der erste - tadellos aus und die Klebestelle am Sitz war komplett trocken. Außerdem roch das Öl kein bisschen nach Sprit und der Motor hat auch keine Falschluftsymptome gezeigt. Sehr merkwürdig!

    Meine Vermutung:

    Das Kurbelgehäuse ist unter Druck dicht, jedoch hebt sich die Lippe des Simmerings, wenn starker Unterdruck im Kurbelgehäuse entsteht. Ich stelle mir zum Beispiel folgende Situation als herausfordernd für den Simmering vor: Man fährt mit Vollgas und schließt das Gas komplett - der Motor will kräftig saugen (speziell durch die Langhubwelle), aber der Gasschieber ist zu, also fängt er an, über den Simmering etwas Öl reinzuziehen.

    Kurbelwelle, Gehäuse, etc - bei dem Motor wurde alles erneuert. Die Lauffläche des Simmerings auf der Kurbelwelle (SIP-Premium) ist makellos, der Simmering wurde auch nicht zu tief eingebaut (Abstand zum Lager kontrolliert).

    Eine Sache habe ich jedoch festgestellt:

    Die Kante vor der Simmeringlauffläche der Kurbelwelle, über die die Lippe bei der Montage rutschen muss, war minimal "scharf". Mit dem Fingernagel konnte man dort eine leichte Kante erfühlen und man konnte regelrecht etwas vom Fingernagel abhobeln, wenn man im 45-Grad-Winkel drübergezogen hat. Ich habe daraufhin die Kante mit 1500er und 3000er Schleifpapier etwas gebrochen und danach poliert. Nun ist sie absolut rund und weich. Optisch ist es kein Unterschied.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass die Simmering-Lippen bei der Montage an dieser scharfen Kante minimal "abgeschabt" wurden und dadurch nicht lange hielten. Haltet ihr das für möglich? Oder hat schon mal jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich konnte dazu leider nichts finden, halte es aber für denkbar, dass ich einfach eine Kurbelwelle erwischt habe, die mit einem etwas abgenutzten Werkzeug produziert wurde und dadurch die Kante nicht 1000 prozentig abgerundet wurde.

    Ich bestelle jetzt einen neuen Simmering und baue ihn ein - und dann hoffe ich, dass es klappt. Bin dennoch für jede Einschätzung/Erfahrung dankbar!

    Gruß,

    Jan