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Vespa will einfach nicht laufen

  • Hallo zusammen,

    ich bin seit 2013 stolzer Besitzer einer V50 N BJ. 69 - leider wie sich herausstellte eine echte (entschuldigt bitte den Ausdruck) Zicke... :-5

    Der Roller wurde schon komplett zerlegt bis auf den Rahmen.

    Unter anderem bekam der Kollege einen neuen Vergaser, der Motor wurde neu abgedichtet, alle Züge neu, unzählig oft gewechselte Zündkerzen und Lämpchen ... mit anderen Worten eine Dauer-Baustelle mit 95% Fehlersuche und 5% Fahrspaß...

    Meine letzte Hoffnung, nachdem ich sie kürzlich nochmal durchgecheckt habe und immer noch nicht richtig laufen will - seid jetzt ihr!!

    Zunächst mal das Positive:

    - sie läuft mittlerweile im Standgas perfekt

    - springt auch sofort an

    - Gasannahme ist recht gut

    - Drehfreudig auf den ersten Metern...

    Dann aber:

    - nach ca. 2. Min. Fahrt nimmt sie plötzlich kein Gas mehr an und geht sofort aus (als hätte sie von jetzt auf gleich keinen Sprit mehr)

    - nach ca. 5 Min. Abkühlungsphase springt sie wieder schnell und drehfreudig an

    Meine Bemühungen bisher:

    - Unterbrecher eingestellt

    - Vergaser und alle Düsen vor 1 Woche gereinigt im Benzinbad mit Zahnbürste, danach ins Ultraschallbad und alles durchgeblasen

    - Schwimmernadel sah noch sehr gut aus, Dichtungen ebenfalls, daher nicht gewechselt

    - Wieder fest und abdichtend eingebaut

    - Gemisch eingestellt mit den empfohlenen 1,5 Umdrehungen (sollte zumindest grob passen, damit sie läuft)

    - Zündkerze neu - Zündfunke ist da - Kerzenbild rehbraun

    - Benzinschlauch überprüft - bekommt genug Sprit - Gefälle ist durchgängig vorhanden

    Ein Benzinfilter ist nicht vorhanden, da er immer Probleme gemacht hat.

    Alle Entlüftungsöffnungen sind frei.

    - Falls es ein Falschluft-Problem ist, müsste er dann nicht zumindest bei höhren Drehzahlen selbstständig weiter hoch drehen?

    - Kann es sein, dass der Benzinhahn-Filter in extrem kurzer Zeit so stark verdrecken kann, dass der Vergaser aus diesen Gründen nicht dauerhaft genug Sprit bekommt?

    Die Daten:

    Vespa 50 N BJ. 1969

    Zylinderkit: DR 75 cm³

    Vergaser: Dellorto 16.16 (85er HD, 50er ND)

    Auspuff: Banane chrom Sito oder Faco (?)

    Zündkerze: NGK B8HS

    Vielen Dank für eure Bemühungen schonmal!

    Edit: Sie beschleunigt im 2. Gang nur mit ca. 50% der Leistung, im 3. Gang fast keine Leistung mehr...

    3 Mal editiert, zuletzt von sonstawer (April 12, 2020 at 18:24)

  • Danke für die schnellen Tipps! Ich werde zunächst mal die einfacheren Möglichkeiten austesten (Tankdeckel-Entlüftung und Luftfilter...). Falls das nichts bringt, würde ich den Benzinhahn-Filter nochmal kontrollieren...

    Ist ein Wechsel der Zündspule für einen Laien wie mich machbar?

    Werde mich nochmal melden, um Feedback abzugeben...

    Beste Grüße!

  • Danke für die schnellen Tipps! Ich werde zunächst mal die einfacheren Möglichkeiten austesten (Tankdeckel-Entlüftung und Luftfilter...). Falls das nichts bringt, würde ich den Benzinhahn-Filter nochmal kontrollieren...

    Ist ein Wechsel der Zündspule für einen Laien wie mich machbar?

    Werde mich nochmal melden, um Feedback abzugeben...

    Beste Grüße!

    Hey hast du einen Benzinfilter drin? Mach den raus, der macht oft Probleme

  • Und der kleine Filter ,der im Schlauchanschlußflansch vom Vergaser sitzt, mal kucken,der ist schon wichtig.... und der Tank, ist der Rostfrei, sonst kommen die kleinen Rostgruselteilchen in den Vergaser und machen die Hauptdüse ziemlich dicht....

    Trau keinem über 50 mit Namen "Vespa" !

  • Und der kleine Filter ,der im Schlauchanschlußflansch vom Vergaser sitzt, mal kucken,der ist schon wichtig.... und der Tank, ist der Rostfrei, sonst kommen die kleinen Rostgruselteilchen in den Vergaser und machen die Hauptdüse ziemlich dicht....

    Den hab ich mit gereinigt, als ich den Vergaser gereinigt habe vor 1 Woche. So schnell sollte da ja nichts zugesetzt worden sein... ?!

  • Schaue dir mal die ZGP an, ob die Kabel vergammelt( porös) sind... Dafür musst du diese Ausbauen und genau inspizieren!

  • Es ist zwar schon alles gesagt, wenn auch nicht von allen...

    Ich schließe mich Mario an: Zündspule. Das hatte ich vor vielen Jahren auch mal, sobald die warm wurde, stellte sie den Betrieb ein. Ursache war ein schleichender Isolationsschaden in der Zündspule. Sobald das Ding warm wurde und sich die Drähte ausdehnten, kam es zum Kurzschluß. Austauschen. Oder mit Ohmmeter den Durchgangswiderstand in kaltem und warmem Zustand messen. Wenn sich der warm reduziert, ist das Ding hin.

    Gruß Robert

  • Der Klassiker bei solchen alten Dingern ist eigentlich der Zündkondensator...diese Verschleißteile sollten eigentlich regelmäßig getauscht werden...wurde aber oft nie gemacht sodaß da meist 30-40 Jahre alte müde Dinger auf der ZGP herumwerkeln.
    Ein verbrauchter Kondensator zeigt sich sehr typisch darin, daß sobald er nur ein wenig warm wird, den Dienst versagt.

    Oft kommt dann auch noch ein vergammelter oder verstellter Unterbrecher dazu.

    Und das ist bei allen Altfahrzeugen so, in denen diese Technik verbaut ist.

    Es wundert mich, warum hier noch keiner den einfachen Sicht-Test vorgeschlagen hat. :/

    Das ist das mindeste was man tun sollte, nachdem man einwandfreie Verkabelung, Spritversorgung und Vergaserfunktion sichergestellt hat.

    2 Mal editiert, zuletzt von Pierre Lavendel (April 13, 2020 at 10:18)

  • .....bei dem Baujahr hast ja noch die Zündgrundplatte mit innen liegender Zündspule. Da kann es schon mal zu einem wärmebedingten Wicklungsschluß aufgrund eines Isolationsschadens kommen.

    Wie es jack o´neill schon gesagt hat, bei Kondensator und Unterbrecher wird bei mir auch nicht lange gefackelt, das sind Verschleißteile einer Zündung und die mache ich in der Regel immer neu!

  • Bin von einer obligatorischen Sichtprüfung ausgegangen in Anbetracht des ersten Posts.

    Der Unterbrecher scheint ja noch zu funktionieren.

    Von Simson her kann ich nur weitergeben das meist die Zündspule Probleme macht wenn diese erst mit Betriebsthemperatur auftreten und nach kurzer Abkühlphase wieder für Kurze Zeit den Zündfunken freigibt.

    Das wird mit der Zeit immer extremer bis gar kein Funke mehr kommt.

    Der Kondensator machte eigentlich immer direkt Probleme also bei egal welcher Themperatur.

    Eine Vespe mit Unterbrecher habe ich nicht.

    Mit reicht da ne Simson.

    Beste Grüße Mario

  • Polrad ( Lüfterrad) ab... Foto machen wie es darunter aussieht! Dann macht du dir einen Strich, vom Gehäuse Übergang ZGP und schraubst diese( ZGP) ab... jetzt kontrollierst du alle Kabel die da in den Eingeweiden, der ZGP verschwinden... oder mache Fotos, Fotos Fotos und setze sie dann hier rein... dann kannst du auch in einem den Kondensator mal durchmessen , den du aber dafür ausbauen musst und diesen dann nach entladen und völlig getrennt von der ZGP erst prüfen kannst! Kaufe diesen besser direkt neu und mache mal vergleichsmessungen( kostet ca. Zwei Flaschen Bier) ... wenn du mit deinem Miltimeter keine Kapazitätsmessung machen kannst, dann prüfe zumindest auf Durchgang...

    Einmal editiert, zuletzt von Kawitzi (April 13, 2020 at 12:56)

  • Mit der Sichtprüfung meine ich die Sichtbarmachung des Zündfunkens zwischen Zündkerzenkabel und eingebauter Zündkerze unter Auslassung des Zündkerzensteckers. Das ganze dauert 5 Minuten und man braucht keinerlei Werkzeug. Bitte aufpassen, da ist Hochspannung!

    An dem Funken lassen sich durch eine erfahrene Person folgende Kriterien beoabchten und bewerten:

    • Helligkeit
      - gut: greller klar begrenzter Funken
      - schlecht: schwacher verschwommener Funken
    • Farbe
      - gut: bläulich-weiß
      -schlechter: gelblich
    • Strecke des Lichtbogens, die in Luft maximal übersprungen wird
      - gut: 9-14 mm
      - schlecht: alles darunter.
    • Kontinuität der Funkenbildung
      - gut: gleichmäßiger Funken, der auch beim Gasgeben/bei höheren Drehzahlen nicht abbricht.
      - schlecht: Funken zeigt deutliches "stottern" =Zündunterbrecher


    Grundsätzlich sind bei schlechten Ergebnissen der Unterbrecher zu checken (Kontaktabstand neu einstellen und Kontaktflächen mit Kontaktfeile nacharbeiten, hilft das nicht: erneuern), der Kondensator auszuwechseln, den Polradkeil zu prüfen. Zuletzt auch die Zündspule.

    Sinnvoll ist in Folge auch das Sicherstellen des richtigen ZZPs. Bei Motorproblemen ist diese einfache Prüfung eine gute Hilfe, um auch unterwegs bei Pannen und ohne andere Hilfsmittel eine Orientierung zu bekommen, ob es an der Zündung oder am Vergaser liegt.


    Ein Tip für Leute, die noch eine ZGP mit innenliegender Zündspule haben:
    Diese Type liefert nicht die allerbeste Zündspannung. Man kann die innenliegende Spule gegen eine Ladespule tauschen und die aussenliegende Zündspule montieren. Das ist besonders angeraten (jedenfalls von mir) wenn man einen umgerüsteten Motor hat, der höhere Drehzahlen liefern soll...

  • Ich habe ein Multimeter. Muss ich die Zündspule zum Messen ausbauen?

    Nein. Eine Meßleitung an Masse. Die andere an den Ausgang der Zündspule = Zündkabel. Widerstandsbereich wählen = "Ohm". Dann bei abgestelltem kalten Motor den Wert messen und notieren. Motor warm fahren, dann die gleiche Prozedur. Werte vergleichen...

    Wenn Du ein Multimeter hast, kannste gleich den Kondensator messen. Dazu die Kapazitätsanzeige wählen, ist meist so ein Symbol am Wählschalter )I oder II. Gleiche Prozedur warm/kalt.

    Kondensatoren kosten ja fast nix; den würde ich wie von meinen Vorschreibern angeraten, sowieso tauschen.