Widerspenstiger Pin der Schaltgabel

  • Ich bräuchte mal Euer Schwarmwissen.

    Ich revidiere gerade den Smallframe-Motor meiner Spezial. Da ich das das erste Mal mache, war ich erstaunt, dass es bisher alles so einfach ging. Die Motorhälften sind bereits auseinander, die Zahnräder und der Kupplungskorb sind erfolgreich entnommen. Einzig die Schaltgabel sperrt sich gegen den Ausbau und zwar deshalb weil ich den Pin an dem Bauteil in dem die Schaltzüge eingehängt werden, ums verrecken nicht rausbekomme. Ich weiß das der Pin konisch ist und habe deshalb versucht in beide Richtungen etwas Bewegung in den Stift zu bringen. Es ist mir weder mit Ausklopfen, noch mit WD 40 noch mit Hitze, noch mit der Wasserpumpen- oder Gripzange, noch mit der Kombination aller Methoden gelungen diesen verfluchten Pin auch nur einen Mikrometer zu bewegen. Mittlerweile sind die Pin-Enden auch schon etwas breitgeklopft, dabei habe ich nicht wie verrückt drauflosgeprügelt weil ich das Gehäuse nicht schrotten wollte. Ich habe schon die Suchfunktion hier bemüht bin aber der Lösung des Problems nicht wirklich näher gekommen. Als ultima ratio erscheint mir jetzt das Ausbohren. Bevor ich aber solch einen "martialischen" Akt beginne, möchte ich nochmals bei Euch Rückfragen ob jemand einen anderen Lösungsansatz hat, der mir das ausbohren erspart.

    Frühes vögeln stärkt den Wurm :+2

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  • Du hast schon alles gemacht, was man so macht, um den Stift rauszubekommen.


    Es gibt Stifte, die sich allem widersetzen und es spricht viel dafür, es nicht zu übertreiben und lieber den Stift zu opfern. Wenn man da unten zuviel rummacht, riskiert man, dass man die Öffnung für die Schaltgabel ausbuchsen muss, weil man sie oval drückt und klopft.


    Ich würde das sauber fixieren und mit einem scharfen Bohrer bei niedriger Geschwindigkeit ausbohren.

  • Ausbohren ist eine ganz schlechte Idee


    Auch der Versuch, in einen konischen Stift durch Schläge auf beide Seiten Bewegung zu bringen, war keine Gute,


    Da du beide Hälften bereits getrennt hast, würde ich wie folgt vorgehem:


    Die Seite des Stifts mit dem geringeren Durchmesser ermittel .


    Die Gegenseite mit der Scheibe für die Schaltzüge nach unten auf eine schlagfeste Unterlage setzen ( ich nehme eine ganz leicht geöffneten Schraubstock ) ubd von einem Helfer in einer Position festhalten lassen, dass der Stift möglichst senkrecht steht.


    Einen leichten und schlanken Hammer auf den Stift - dunne Seite - aufsetzen und mit einem schwereren Hammer auf den leichten Hammer austreiben.


  • Das ist meine Geheimwaffe gg. festsitzende Konusstifte!


    Lässt sich gut unter die SeilzugHalterung einfädeln, um den Stift rauszuklopfen!

    Man sollte aber auf jeden Fall zu 2.sein!!

  • Ok Jungs, erstmal vielen Dank für die Vorschläge, werde mich die Tage nochmals damit beschäftigen müssen, jetzt ist aber zunächst Projekt mit derzeit Prio 1 (Restauration altes Fahrrad aus den 50gern dran. Ist kurz vor der Fertigstellung :+8 ). Werde dann vom Ergebnis mit dem Pin berichten.

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  • So hier jetzt meine Lösung des Problems


    Nachdem der Sch.....Pin sich mit nichts dazu bewegen lies seinen Platz zu verlassen (Zange, Hammer, Hitze, WD-40 Bad, auspressen) habe ich mich in einem Akt der Verzweiflung zum Ausbohren entschlossen. Also zentral angekörnt und mit 3mm HSS-Bohrer freihändig per Augenmaß versucht genau axial zu bohren. Das ging auch ganz gut bis ungefähr Mitte der Schaltwelle, dort ist der Bohrer aus der Achse gelaufen und letztlich abgebrochen. Deshalb Plan G: Den maximal zerstörerischen Weg gewählt und die Flex ausgepackt. Jetzt kurzerhand und mit der gebotenen Vorsicht, um nicht ins Gehäuse zu flexen, das blöde Ding rausgeflext. Das Schicksal der Schaltgabel war eh schon mit der Entscheidung zum Ausbohren besiegelt. Jetzt ist das Mistding raus und ich brauche ne neue Schaltgabel. Wer eine brauchbare zuhause rumliegen hat gerne per PN. Sonst geht morgen die Bestellung raus.

    Als Ursache des Problems vermute ich, das meinerseits der Angriff auf den konischen Pin von der falschen (also der dickeren Seite) her erfolgte und somit die Sache schon zu Beginn verloren war. Allerdings habe ich im Anfangsstadium, versucht von beiden Seiten der Lage her zu werden. An dem Pin war nicht erkenntlich welches die dünnere Seite war, weil der Vorbesitzer sich bereits daran zu schaffen gemacht hatte und der Pin schon etwas aufgepilzt daherkam.


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  • Der Drahtesel hat echt was.

    Wie alt ist denn das gute Stück?

    Ist übrigens sehr schön geworden!


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

  • Scharnhorst: Laut Rahmennummer ist der Rahmen und vermutlich dann das gesamte Rad Jahrgang 1940-45. Ich hatte vor der Recherche im Internet angenommen es stammt aus den 50ger Jahren.Ich persönlich habe das Rad mit 14 Jahren (also ziemlich genau vor 40 Jahren) auf dem Sperrmüll (ja sowas gab es damals noch) gefunden und mit nach Hause genommen. Da stand es dann auf dem Dachboden meines Elternhauses und wartete darauf wachgeküsst zu werden. Jetzt war die Zeit, das Geld und die Gelegenheit da es wieder zum Leben zu erwecken. Es hat soviel Spass gemacht, die Dinge wieder in nahezu den Originalzustand zu versetzen. Es ist jetzt unverkäuflich und wird uns als Familienerbstück erhalten bleiben und natürlich fleissig gefahren.

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  • Keine Angst, ich werde kein Fahrrad kaufen wollen, hat keinen Motor...:-)


    Das ist eine tolle Geschichte und ja, ich kenne Sperrmüll noch. Kam bei uns früher alle 4 oder 8 Wochen glaube ich, dann nur noch halbjährlich und dann wie jetzt nur noch auf Abruf.

    Als Kind war es das Paradies schlechthin, die Haufen abzuklappern und Zeug mit nachhause zu bringen. Wohlwissend, daß die Eltern Schnappatmung bekommen. Ich kenne noch das Gesicht der Mutter, wenn ich sagte: Wir gehen mal kucken...Abenteuer pur und immer im Kopf: "Was kann ich maximal meinen Eltern zumuten, mit nach hause zu bringen.."

    Das Fahrrad meines Opas steht in "Halle 3" (Lager, 2.ter Barn), weil ich den Drahtesel niemals hergeben werde. So perfekt wie du es gemacht hast zu restaurieren wird eher flachfallen wegen der Zeit, aber die Bilder haben etwas in mir geweckt.

    Bei deiner Erwähnung von "Sperrmüll" mußte ich schmunzeln, das war immer ein Highlight, worauf wir Kinder uns gefreut haben...


    Aber nochmals, sehr gelungene Restauration und die Geschichte um das Fahrrad sind zumindest für mich fast noch besser...:-)


    Liebe Grüße,


    Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...