SIP Scootershop | Vespa Tuning & Scooter Parts

Mehr Gußeisen für die Keksdose

  • Hey Männer,

    Felgensilber ist der Renner! Trocknet schnell, trägt dünn auf und ist recht robust gegen Abrieb...Ich mag das Zeug...:)

    So, ihr erinnert euch, ich habe ein Steuerrohr der alten Version mit einem alten Bremsseilzug und nun ein Bremshebelhalter der neuen Generation. Neue Generation hat am Bremshebel nur eine Hülse mit 7 mm und der alte Bremsseilzug hat dort eine Verstellhülse mit M6.

    Es mußte also ein Adapter her, der in den neuen Bremshebel paßt und diese Gewindehülse aufnimmt. Also Edelstahl:

    Gleicher Durchmesser wie am Seilzug, auch gerändelt, 7,25er Zapfen dran und innen M6 Gewinde:

    So, jetzt kann ich das Ding montieren und die Bremse geht wieder.

    Gestern Abend hatte ich ja noch den Auspuff und Krümmer gestrahlt und mit Auspufflack lackiert. Heute, nachdem alle außer mir gegangen waren, dachte ich, ich brenne das zum ersten Mal in meinem Leben ein. Bisher hatte ich das nur lackiert und hatte die Arbeit die Auspuffwärme machen lassen. Bis dahin ist so ein Lack halt immer etwas klebrig. Also in den Ofen bei 260° C.

    Tja, der Ofen steht im Keller, wo auch die kleine Lackierkabine ist. Als ich eine Stunde später in den Keller gegangen bin, hat das ganze Untergeschoß gestunken...lmao

    Alle Türen auf und ins Treppenhaus abgelüftet, dort ebenfalls alle Ausgänge geöffnet einschließlich der Tür aufs Dach und noch ein paar Fenster. Anderthalb Stunden später war das dann verzogen, kurz bevor die Putzfrau kommt.

    Gut, daß meine Abteilung in einem Extra-Gebäude ist...8o

    Aber der Lack war schön eingebrannt danach:

    Ach ja, den Abzug zum Lackieren im Keller habe ich auch noch laufen lassen...

    Der liebe Kollege hat mir ja noch das kleine Hirschgeweih lasergeschweißt:

    Die kleine Raube hat den Riss verschlossen, dann gestrahlt und den Rest mit, guess what, Felgensilber lackiert:

    So, vorhin wollte ich das Differential trocken zusammen stecken, aber auf der einen Seite habe ich die Passung in meiner Bronzebuchse etwas zu genau gefertigt. Eigentlich lief das schonmal (dachte ich zumindest), aber ich werde das Hauptzahnrad nochmal etwas abziehen müssen morgen.

    Leider kann ich das Gehäuse nicht zum Anprobieren mitnehmen, es ist ja schon montiert.

    Also werde ich wohl messen und nochmal 1-2 Hundertstel holen nach Maß. Oder ich schau mal, ob ich den Aufnahmedorn für das Hauptrad, den ich für die Umarbeitung des Hauptrad gedreht hatte, auch in meine Fräsmaschine paßt. Dann könnte ich das zuhause abziehen.

    Ich schau mir das morgen mal an, ich weiß es nicht mehr....Die ganzen Vorrichtungen für den Motor habe ich in einer Kiste gelagert.

    Ellenrieder hat meine neue Zündgrundplatte heute wohl losgeschickt. Der hat zwar seinen Onlineshop mittlerweile geschlossen, aber ich hatte Emailkontakt und er hat noch eine Cross-Lima.

    Die Cross-Lima, die im aktuellen Motor verbaut ist, hatte ich auch von denen. Im Gegensatz zu den anderen Ape-Shops hatte der damals noch eine NOS Ori Piaggio. Mal sehen, ob die jetzt auch noch NOS ist.

    Fantine hatte mir damals mit dem Motor noch eine gebrauchte Cross-Lima dazu geschenkt, ebenfalls noch original, aber bereits gebraucht und am Kabelbaum zur CDI ist irgendwas geflickt. Die bleibt als Ersatz auf Lager, die sieht sehr gut aus, aber irgendwer muß da mal den Kabelast abgeschnitten haben und später wieder verlängert und mit Schrumpfschlauch ummantelt.

    Jetzt kommt eine neue rein und gut. Der Motor hat ja auch eine neue CDI bekommen, also kommt es jetzt darauf auch nicht mehr an.

    Soweit mal,


    Gruß Felgensilber-Paddy...lmao

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

    Einmal editiert, zuletzt von Scharnhorst (March 3, 2026 at 22:53)

  • Danke, Männer!

    So, ich habe den Lagersitz am Hauptrad, der etwas eng war, noch ca. 2 Hundertstel abgezogen, jetzt läuft es. Ich dachte eigentlich, das lief schonmal, aber gut. Die Lagerbronze wird wohl nicht gequollen sein, was soll's...

    Für euch, die ja nicht alle Ape-Schrauber sind, kurz ein paar Bilder von dem Detail, das am maßgeblichsten von einem normalen Smallfram-Motor abweicht.

    Das ist jetzt die Stellung für Vorwärtsfahrt. Auf der Hauptwelle sitzt das Schieberad so, daß es mit dem Differentialhauptzahnrad im Eingriff ist:

    Jetzt sieht man auch, warum ich so eine lange Primär eingebaut habe. Die 2,34 ist ja für Vespas schon fast unüblich lang, aber wie man jetzt sieht, ist das Schieberad eine Ecke kleiner als das Hauptrad und das ist quasi die zusätzliche Übersetzung im Differential, die ich mit der langen Primär auffangen muß. Um konkret zu sein, hier kommt eine Übersetzung von 34/57 dazu.

    Die kleine Zwischenwelle mit der Tachoschnecke drauf läuft immer mit. Hier sieht man jetzt die Stellung für Rückwärtsfahrt:

    Das Schieberad greift auf die kleine Zwischenwelle und treibt darüber das Hauptzahnrad an. Jetzt hat das Differential die gleiche Drehrichtung wie die Kurbelwelle. Das entspräche bei der Vespa der Vörwärtsfahrt, aber in der Ape ist der Motor falsch herum eingebaut. Ergo fährt sie jetzt rückwärts.

    Das Umschalten übernimmt diese Schaltgabel, die in eine Nut des Schieberads eingreift:

    Und hier ein Bild vom aufgesteckten Deckel mit den beiden Hebeln und der Schenkelfeder mit Felgensilber. Mir gefällts:

    So, jetzt mal sehen. Ich habe gestern noch einen Anlasser bestellt. Ich hätte zwar noch den alten aus der XL2, aber ich wollte einen Neuen für diesen Motor und ich habe im Netz für einen schönen Kurs bei ZS2radteile einen anscheinend originalen Piaggio-Anlasser gefunden.

    Weiter habe ich noch die Rückholfeder für die Rückwärtsganghebelei bestellt, die hatte ich nämlich vergessen. Wenn das Zeug noch rechtzeitig kommt, nehme ich am Freitag frei und bau den Motor ein.

    Oder zumindest den alten mal aus. Den neuen will ich ja eigentlich vor Ausbau des alten Motors wenigstens einmal im Montageständer laufen lassen und kurz testen, ob alles läuft. Jetzt warten wir mal ab.

    Ich bin gespannt...klatschen-)

    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Danke Männer!

    So, heute hatte ich frei um den Motor zu finalisieren. Die neue Cross-ZGP war im Zulauf, ebenso der Anlasser. Die Rückholfeder für den Rückwärtsgang kommt wohl erst morgen.

    Ziel war gesteckt, Endmontage und Probelauf im Ständer. Erstmal Differential montiert im waagrechten Zustand:

    Ein Paßhülse war etwas eng, die habe ich dann noch etwas abgezogen, aber dann war alles soweit gut:

    Dann habe ich so Kleinigkeiten gemacht wie Stehbolzen für den Anlasser, den Auspuff und lauter so Kleinkram, der trotzdem aufhält, wenn man es sorgsam macht.

    Mein Tochter abgeholt und kurz zu McDonalds, als wir zurück kamen, lagen ZGP und Anlasser vor der Tür. Ellenrieder hatte wohl keine Ori mehr, aber für 100 Euro ist ein Cross-Lima-Nachbau sehr OK.

    Lima rein und Position vom Pickup ermittelt:

    Ich hatte mal eine Nachbau-ZGP, die hat immer gesponnen. Bis ich gemerkt habe, daß das Pickup nicht sauber positioniert ist. Nach der ausdistanzierung der ZGP damals war es dann OK. Seit dem bin ich ein gebranntes Kind bei neuen ZGPs.

    Dann den Gaser mal mit 102er HD bestückt. Wird wohl zu fett sein, bei Drehschieber hat die gute alte Formel Durchmesser Luft mal 0,05 gleich Durchmesser HD immer eine etwas zu fette HD ausgespuckt, aber für den Anfang tut das mal mit dem 21er Gaser.

    Hier sieht man nochmal mein Ansaugtrichtergebastel schön nach Helmut Werner Bönsch:

    Dann war soweit alles montiert:

    Wirkt schon ganz schön wuchtig so mit dem Riesen Wärmetauscher-Topf und dem Diff. Auf das Diff habe ich noch die schönen Staubschutzdeckel gemacht.

    An den Motorständer kann ich ja wie an meinen anderen diese Stange aufsetzen für den Probetank. Mit meiner Tochter dann das Ding in die Scheune getragen und gemerkt, daß beide Kanister leer sind, alles in der Ape und den Wespen. Sprit geholt und die Ape ebenfalls rausgeschoben.

    Ich wollte ja sehen, ob der Anlasser den Motor mit der von Polini empfohlenen Kompressionshöhe packt.

    Also der packt das, aber meine Batterie hat jetzt schon 6 Jahre auf dem Buckel und braucht je nach Kurbelwellenposition auch zwei Anläufe. Ich werde nächste Woche eine neue holen müssen.

    Das Kabel war auch recht lang und nur 4 Quadrat, also auch nicht ideal.

    Tja dann mit der Bohrmaschine ohne Choke. Eine Sekunde georgelt...:

    IMG_9680.mp4


    War das schön....klatschen-)Das Ding läuft und hält schön Standgas. Meine Tochter und ich haben uns riesig gefreut.

    Ich finde, der Motor spricht nicht mal schlecht an für den Klöpper von Polrad, was da drauf hängt auf der Fabbri.

    Dafür das da dieser schnöde Sito dranhängt an den 140 Kubik, hört sich das sogar fast sportlich an....

    So, dann habe ich den Bremshebel und Gasgriff nach den Anpassungenam Lenker wieder anmontiert und die Ape zurück in die Scheune geschoben.

    Der Motor steh drüben im Ständer in der Scheune. Morgen wird die Ape hochgebockt und gehe den Tausch an. Meine Tochter und ich sind sowas von gespannt.

    Ich werde berichten.

    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Vielen Dank, liebe Kollegen!

    Das Wesentliche kommt ja erst noch. Daß der Motor schon irgendwie einen Mucks von sich geben wird, hoffte und dachte ich mir schon.

    Aber der hatte ja außer dem schweren Polrad noch nicht viel zu tun.

    Spannend wird es, ob mein ganzes Gemisch aus versuchter Extrapolation und Glaskugel was die Übersetzungen angeht, einigermaßen hinhaut in Kombination mit der erhofften Charakteristik des Motors.

    Es ist halt doch keine kleine Wespe mit 70 Kilo sondern eine Keksdose mit einer Vierteltonne...

    So, ich habe gefrühstückt, jetzt Zähneputzen, Umziehen und dann ab in die Scheune. Bis später,

    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Fantine Danke! Man hört schon, daß das etwas mehr als 50 Kubik sind...lmao

    Also Kollegen,

    heute war nicht mein Tag. Zuerst ziemlich stümperhaft die Ape etwas höher auf Holzklötze gesetzt...Dann ging damit los, daß ich meinen Akku-Schlagschrauber abgeraucht habe. Ich bin zu den Akkus und nehme den einzigen mit 36 Volt. Stecke den ein auf dem Rückweg zur Ape und denke, wieso geht der nicht rein. Ein beherzter Schlag hinten drauf und ich habe die Codierung überbrückt...;( Dann hat es geknistert und geraucht....Er liegt immer noch draußen, weil er abartig stinkt...

    Ich habe zwar noch einen Druckluftschrauber, aber dafür reicht meine Luftversorgung nicht wirklich, wenn man eine feste Schraube los orgeln will.

    Dann ging bei einem Stoßdämpfer oben die Mutter nicht auf. Jetzt muß man wissen, daß es absolut Kacke ist, wenn man die Antriebswellen ausfahren will und da immer noch der Stoßdämpfer hängt.

    Ich hätte schon kotzen können, daß ich nicht gleich alles neu gekauft habe für die Aufhängung, vor habe ich es ja so oder so.

    An dem anderen Stoßdämpfer habe ich dann das Gewinde messen können. M10x1,25. Dann mal nach dem Gewinde und Vespa gegoogelt und siehe da, unter anderem ist die Polradmutter bei den Scootern so. Das hatte ich noch eine von dem ganzen Zeug, das ich mal zum Basteln für die schwarze Automatik gekauft hatte.

    Jetzt hatte ich also Ersatz und ich konnte die festsitzende Mutter mit einem Hartmetallfräser und dem Dremel öffnen.

    Daß es ohne Hebebühne keinen Spaß macht, den Motor zu wechseln, wußte ich ja. Aber ich wußte nicht mehr, wie bescheuert das ist. Dreck im Kragen, Getrieböl im Auge, etc...Immerhin hat meine Tochter etwas geholfen.

    Irgendwann war der alte Motor raus. Die vor 6 Jahren von mir gedrehten und eingeklebten Bronzelager waren noch an Ort und Stelle:

    Lief auch soweit sauber, was man von außen erkennen konnte. Noch schön satt. Ich zähle jetzt nicht alle Details auf, woran es noch gehakt hat.

    Der Auspuff war auch beschissen zu montieren, wie man sich denken kann. Überall hat es geklemmt und meine Tochter hat immer geholfen. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich das vor 6 Jahren alleine gemacht hatte...

    Ja gut, der Motor ist drin. Ich mußte aber den CDI-Halter wegschrauben, ich habe die Haube sonst nicht drauf gekriegt. Kann sein, daß ich den letzten Motor mit Haube montiert hatte.

    Unter der Pritsche ist ja noch dieses Ansaugrohr. Wenn man das entfernen will, muß man glaube ich Schweißpunkte aufbohren oder so. Deshalb hatte ich das mal aufgetrennt und mit einer Muffe wieder verbunden. So ist es abnehmbar.

    Natürlich ist dies Muffe genau dort, wo jetzt die größere Lüfterhaube ist und dort ist es eng. Das auch noch weg geschraubt. So ging es gerade weiter.

    So sieht es jetzt aus, ich bin weg gelaufen wie die Sau vom Trog...

    Jetzt mal schauen, wie es morgen läuft. Ich gehe nachher ins Bett...Mir tut alles weh...8o

    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Paddy, es gibt Tage, da steht man sich selbst im Wege. Die Tage sind meiner Erfahrung nach eher in der Minderheit. Ich drück dir die Daumen, dass sie nächste Runde besser läuft.

    Und meine Hochachtung für eine Tochter!

    Es ist immer komisch wenn der Satz nicht so endet wie man es Kartoffel.

    Früher hieß es "Iss deinen Teller leer, dann scheint die Sonne!" - Heute kämpfen wir mit Übergewicht und Klimaerwärmung.

  • Den Motor einer Ape baut man ohne Bühne auch nicht allein aus, auch wenn es im Ape-Forum Schwätzer gibt, die das auch ohne Bühne in einer Stunde ganz allein machen - aber die fahren mit der Serienübersetzung auch locker 65 km/h...

    Gut, wenn man eine Tochter hat!

  • Haste Deine Tochter schon infiziert. Das Mädel weiß jetzt schon, was andere in Jahren nicht kapieren.

    Aber unauffällig ist anders; so wie der Kraftmeier an's Gas geht, merkt das selbst ein Tauber. Aber schön ist's schon....

  • Fantine Danke! Ich mußte öfters an dich denken, weil du im Gegensatz zu vielen hier es kennst, was für ein Käse das ist und was für ein Gekrieche...Ständig liegt man auf einem Werkzeug und das, was man gerade braucht, ist außer Reichweite, wenn man sich gerade darunter gerobbt hat...:)

    Aber gut, so ist das halt. Wobei bei einigen Details es sogar unter einer Hebebühne ätzend wäre, weil man schon merkt, daß das eine hemdsärmelige Konstruktion ist, die von der Vespa abgeleitet worden ist. An alles über dem Motor kommt man schlecht ran, immer ist was im Weg oder der Kopf paßt nicht durch und man muß es ertasten...

    Naja, also, heute um Sieben aufgestanden, gefrühstückt und unter die Ape. Es ging dann doch alles ganz gut und um halb eins war es soweit, daß ich das neue Schild anschrauben konnte.

    Ich bin dann aus dem Ort raus, auf der Strecke fällt es die ganze Zeit und ich dachte schon irgendwie, ob das alles ist. Gewendet und zurück und dann merkte ich den leichten Berg hoch: viel zu mager. Sogar so, daß ich dachte, da stimmt was mit der Spritversorgung nicht.

    Ich hatte ja als ersten Wurf die 102er HD reingemacht. Meine derzeit größte Düse mit diesem Gewinde ist 110. Damit wäre ich schon über der Formel von Bönsch.

    Siehe da, deutlich anders. Aber es kommt mir immer noch etwas mager vor.

    Ich bin dann nicht weit gefahren sondern nur zurück und meine Tochter eingeladen und kurz in den Nachbarort und zurück. Sie hat gegrinst und gesagt, daß das schon eine Ecke anders ist.

    Wir haben es dann dabei belassen, weil ich nichts riskieren wollte, ich muß erst mal Düsen bestellen. Auch die ND ist ja noch die Kleine mit 42. Ich muß mal schauen, bei WMS gab es glaube ich die extra langen, die in den Gaser gehören. Und HDs werde ich mal alles über 110 bis 120 bestellen.

    So, aber nun zum Fahreindruck:

    Es ist eine komplett andere Ape. Es ist ja eigentlich alles auf den Kopf gestellt und das merkt man. Gesamtheitlich ist sie jetzt ja länger übersetzt, das ist das eine, aber es ist ja auch die völlig andere Gangabstufung. Der erste Gang geht viel länger und der Sprung vom 3. in den 4. Gang ist halt nicht mehr so meilenweit.

    Das gepaart mit dem stärkeren Motor und dem anderen Gasgriff fährt sich das jetzt auf einmal wie eine Vespa.

    Meine beiden V50 haben ja einen Malossi 112 und einen Pinasco Alu 102 mit jeweils 3.00 Primär und den kleinen Sito-Töpfen. Deren Anzug kenne ich ja.

    Die Ape fährt sich jetzt irgendwie so an, wie ich mir eine Smallframe mit einem hausbackenen 102er DR mit kleinem Gaser und Auspuff vorstelle. Jetzt nur so gefühlt. Halt eine Ecke schwächer als die beiden Zylinder, die auf meinen Kisten werkeln.

    Der neue Apemotor zieht schön von unten durch, obwohl er ja mit einer Vierteltonne zu kämpfen hat. Aber ich bin ja wirklich nur vielleicht in Summe 5-8 km gefahren. Es kommt kein Kick (wie auch mit dem wurschtigen Sito...lmao), er beschleunigt einfach gleichmäßig.

    Der DR 130 war da anders, der war behäbiger, es war irgendwie völlig wurscht, in welchem Gang man war, es hat sich angefühlt wie ein W123 240D. Von 50 auf 60 nach Tacho hat es halt seine Zeit gedauert und dann war Schluß.

    Ich bin gespannt, wie es wird, wenn die HD noch etwas fetter wird und ich auch mal etwas mehr wie die paar Meter fahre. Zweimal war ich kurz so auf geschätzt 65 plus nach Tacho, was ungefähr 6500 1/min sind nach Getrieberechner, aber dann bin ich vom Gas.

    Ich denke, das wird nachher so auf die 70 max. ungefähr rauslaufen. Um das Drehmoment untenrum (was jetzt schon besser ist als mit dem DR) final zu beurteilen, hätte ich gerne noch ein paar Meter mit einer dickeren HD gefahren.

    Was aber bis jetzt das Faszinierendste ist: In der Kiste ist es viel leiser als vorher. Die neue Primär singt natürlich, aber die Ape ist im Vergleich zu vorher praktisch frei von Vibrationen.

    Der DR 130 mit seinem Alu-Stein als Kolben und der billigen Mazzu, die glaube ich nur sich selber wuchtet, ging alle 500 Umdrehungen eine andere Struktur der Ape in Resonanz. Und glaubt mir, in und an einer Ape hat es genug Struktur, die Lärm machen kann. Obwohl ich überall Dämmatten aufgeklebt habe auf die größeren Blechflächen. Irgendwas rappelt immer mit, auch die Lenkerverkleidung.

    Jetzt vibriert irgendwie nichts mehr. Das ist völlig ungewohnt. Meine Tochter hat auch gemeint, daß es jetzt viel leiser ist innen.

    Die Eindrücke waren jetzt aber so vielfältig, weil alles komplett anders war, deshalb will ich mal noch nicht so euphorisch sein. Ich muß jetzt erstmal noch etwas abstimmen und das Ding neu kennenlernen.

    Ach noch was, die DRT-Klaue ist echt knackig, irgendwie knackiger als in der Orange. Ich muß eventuell die Seilzüge noch etwas lockern, ich finde kaum den Leerlauf.

    Ein paar Baustellen muß ich jetzt beseitigen, ich brauche ein neues Ansaugrohr und die Halterung dazu. Meine selber gemachte Trennstelle ist mit der neuen Lüfterabdeckung am falschen Platz und die Halterung selber dafür hängt nur noch an 2 Schrauben, weil die Schraubaugen abgerissen sind. Irgendwann fällt die runter.

    Zum Schluß noch ein Bild von hinten:

    Sieht aus wie original, weil ich halt auch das originale Lufi-Gehäuse habe. Außer an der etwas größeren Haube sieht man nix.

    Und so steht sie jetzt wieder richtig rum ganz brav da mit ihren dünnen Beinen und den ganzen Plüsch-Bienen an Bord...klatschen-)

    Denkt kein Mensch, was die jetzt für einen Motor hat...lmao

    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • jetzt kommt der Teil den ich bei KFZ Umbauten immer als Langwierig und zehrend empfunden habe. Die Feinabstimmung, daß man auch Leber zufrieden ist. Umbauzeit ("Grob") meist 1-3 Monate, Feinabstimmung dann noch eben mal 6 Monate dazu. Und da man auch jede Schraube in der Hand hatte, kommen dabei auch wieder neue Detaillösungen in den Sinn.

    Der Anfang ist gemacht, das Ende .... lieber nicht drüber sprechen - Der Weg ist das Ziel!

    Ich freue mich für Dich/Euch, daß das Projekt soweit schonmal läuft! 2-)

    Gruß Jürgen

  • man muß es ertasten...

    In meiner Ausbildung hat mal jemand gesagt:

    Wenn man nix sieht ist fummeln keine Schande...

    In des Daseins stillen Glanz platzt der Mensch mit Ententanz.

    F. Küppersbusch


    In einer Evolution in der auch Tino Chrupalla als Krone der Schöpfung gilt stirbt der Apollofalter völlig zurecht aus.

    M. Uthoff

  • Zum ersten Foto von hinten: Das ist doch ne Fuffi!

    Und fährt dich wie ne Vespa: Kein Wunder, ist ein Vespa-Getriebe!

    Bei dem Abgasvolumen könnte der Sito bei etwa der genannten 6500 U/Min. der Würger sein - aber schneller wolltest du doch gar nicht sein...

    Keine nennenswerten Resonanzen gab es bei einer Ape aber noch nie - Glückwunsch!!!

  • Fantine Die Keksdose beschleunigt halt jetzt auch wie eine moderat optimierte Vespa...lmao

    Und von hinten echt ne Fuffi...klatschen-)

    So, bei Wahner alle fehlenden Düsen bis einschließlich 120 bestellt und noch eine Nebendüse. Bei dieser komischen überlangen Variante hört es halt bei 45 auf. Die "kurzen" Langen gibt es in deutlich mehr Auswahl. Aber gut.

    Bei Italobee gab es dieses Ansaugrohr normalerweise recht teure Rohr für einen fairen Kurs als Alternative.

    Italobee schreibt dazu, daß es sich dabei um ein zwar neues, aber von einer fabrikneuen Ape abgebautet Rohr handelt. Den Haltekasten dazu ebenso. Das tut es mir natürlich und ich kann dann mal schauen, wie ich die Trennung dann einigermaßen intelligent setze, daß die Verbindungsmuffe an der Trennstelle nicht mehr an der größeren Lüfterabdeckung ansteht.

    Viellicht drehe ich auch eine Muffe aus Polyamid anstatt das mit einer flexiblen Muffe und Rohrschellen zu machen wie bisher. Idealerweise kriege ich was aus PP hin, dann wäre ich sortenrein mit dem Ansaugrohr und könnte die harte Muffe einseitig mit Schweißpunkten fixieren. Irgendwie halt...

    Wenn ich dann mal Ende der Woche eine noch größere HD einsetzen kann, werde ich berichten.

    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Vielen Dank, liebe Kollegen!

    Batterie gekauft, neues Plus- und Minuskabel gebastelt und heute waren die Düsen von Wahner schon da. Also mal die ND 42 raus und 45 rein und die HD 110 gegen 120 getauscht. Anlasser zieht jetzt durch, ich hatte keine Kolbenstellung erwischt, wo es nicht ging.

    120 war zu fett, dann 115. Das ist jetzt einigermaßen OK, noch leicht zu fett, aber ich laß das mal die nächsten 100 Kilometer so.

    Also, mein ganzen hin- und her mit der Übersetzung war glaube ich eine Punktlandung. Das war ein Gemisch aus Extrapolation, Glaskugel und Dummenglück...lmao

    Es ist genau so, wie ich es wollte. Und der Motor spielt sogar mit, obwohl er doch in dem Zustand knapp 180° Auslaßwinkel hat und runden 28 Vorauslaß. Er beschleunigt schön durch und ich kann auch gemütlich mit 35 im 4. Gang fahren und rausbeschleunigen.

    Bei 50 ein Traum zu fahren und selbst bei der Drehzahl (knapp 5000 1/Min) habe ich 13,9 Volt auf der Uhr, obwohl mein Gebläse auf Stufe 3 lief und das Radio an ist. Die Beleuchtung ist ja komplett LED.

    Diesen Faktor darf man nicht vergessen, mit einer Standard-Elektrik könnte ich bei meinen Verbrauchern so einen Traktor garnicht fahren, weil die Batterie kaum geladen werden würde. Wenn noch der Scheibenwischer dazu kommt, wäre es vorbei ohne Cross-Elektrik.

    Die DRT-Schaltklaue ist echt noch unheimlich hakelig, ich hoffe, das gibt sich noch. Bei der Orange war es zumindest so. Es ist echt anstrengend, vor allem den Leerlauf zu finden.

    Die Kiste ist jetzt keine Rakete geworden, läuft mit der 115er HD vielleicht so 65 Klamotten. Mit der 110er war sie oben raus noch etwas hungriger, aber das kann ich nach 100 Kilometern nochmal ausprobieren.

    Aber das ist alles zweitrangig, sie zieht schön durch und hat Drehmoment. Und die Geräuschkulisse ist absolut unglaublich. Niemand, der eine Ape hat, wird mir das glauben, wenn er nicht mit meiner Keksdose gefahren ist. Sie ist mit dem Motor komplett frei von Vibrationen. Das gepaart mit dem niedrigen Drehzahlniveau. Ich unterhalte mich mit meiner Tochter bei 60 Sachen wie in einem Pkw. Ich wünschte, Fantine würde mit dem Ding eine Runde drehen und hier berichten. Es ist absolut unglaublich.

    Ich gebe zu, ich habe 20 Kilo Dämmatten verklebt, das war schon echt gut, aber der DR und die Mazzu haben trotzdem die Struktur angeregt.

    Jetzt nix mehr...klatschen-)

    Für euch so zum Verständnis:

    selbst hinter den Bienen...

    hinter der Türverkleidung:

    unter den Matten komplett:

    Gut, auf den letzten beiden Bildern muß man sich das vorstellen, aber meine Tür fällt ohne klappern ins Schloß.

    Ohne diese zusätzlichen 20 Kilo wäre das sicher auch nochmal anders, aber trotzdem.

    Vorher haben wir nochmal eine Runde gedreht und mal kurz angehalten für Bilder:

    Das stand sie dann so für die Bilder für ein paar Minuten, dann war sie überfettet. Ich gehe mal auf die 42er ND zurück.

    Tja, und dann hat meine Tochter mal den Apfel genommen extra für euch, damit ihr eine Vorstellung habt. Jeder, der schonmal eine Ape gefahren hat, kann sich ungefähr vorstellen, wie schön meine kleine TL6T jetzt läuft. Im Hintergrund säuselt Bob Marley, das Radio war wirklich sehr leise eingestellt.

    Zur Einschätzung, Tank war voll, macht 250 kg Leergewicht. 20 Kilo Dämmatten, meine Tochter und ich zusammen 120-130 Kilo.

    Macht zusammen knapp 400 Kilo. Und meine Reifen haben glaube ich gerade nur 2 Bar. Ich merke das, wenn ich sie in die Scheune auf ihren Platz schiebe.

    IMG_9715.mp4

    Jetzt kommt noch das Ansaugrohr von Italobee und ich mach da dann eine saubere Lösung und berichte. Ansonsten fahr ich jetzt mal ein paar Kilometer drauf und beobachte das ganzen Mal. Beim letzten Motor hat es auch eine Weile gedauert, bis der eingelaufen war und ich meine finale Bedüsung gefunden hatte.

    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

    Übrigens, wenn man den sogenannten "O-Lack" aufbereitet (abschmirgeln und in Wachs ersäufen), muß man vorher den "O-Dreck" entfernen und den "O-Rost" owatrolisieren.

  • Im Video hört es sich tatsächlich schön leise an.

    Ich bin auch schon ein paar mal eine Ape gefahren und da war es deutlich lauter.

    Der Durchzug sieht richtig gut aus !