Drehschieberreparatur mit 2K-Kleber (UHU Endfest 300)

  • Hallo zusammen


    wir bereits vor ein paar Wochen angekündigt, plane ich eine Drehschieberreparatur.

    Dieses Mal lasse ich den DS aber nicht aufschweissen & spindeln sondern ich probiere es selbst.


    Im GSF wurde das auch bereits erfolgreich durchgeführt.

    Dann werde ich das bei meinem Motor auch hinbekommen.


    Zu Vorgeschichte:

    Ich habe vor 3 Jahren günstig eine kroatische LML T5 erstanden.

    Diese stand / steht wirklich sehr gut da - bis auf den Motor.


    Keine Ahnung was da passiert ist, spielt aber auch keine Rolle.

    Diesen 150er Motor (bei den LML T5 waren PX150 Motoren verbaut, keine 125er T5 Motoren!) werde ich wohl in meinen Crosser verpflanzen

    und dafür den Motor aus dem Crosser (PX80 mit 135 DR) in die LML -> wer also Interesse hat inkl. kroatischen Papieren :+7


    Dieses Projekt kann sich, Corona sei dank, etwas in die Länge ziehen. Ich komme aktuell nicht all zu oft in die Garage.



    Also, los gehts....


    Der Motor, bereits gereinigt und teilweise zerlegt:



    hier sieht man schön die defekte Wange der Kurbelwelle:



    und hier kann man den defekten DS erkennen:



    Der Motor wird nun komplett zerlegt, der DS wird vorbearbeitet und zeitgleich werden 2K-Kleber und alle weiteren Hilfsmittel besorgt.

    Wer nach den Sternen greifen will, sollte keine Höhenangst haben! ;)

  • Ohne Ahnung von LF oder LML interessiert mich das Thema schon deshalb, als wir Anfang des Jahres einen durch eine Lagernadel aus dem KoBo-Lager in KW-Drehrichtung an der hinteren ( längeren ) Dichtfläche gefurchten Schaden aufgefüllt haben. Wir haben eine hoch metallgefüllten knetbare Masse ( Quicksteel ) verwendet.


    Der Motor ( Ape ZAPC ) läuft wieder.


    Nach meiner Meinung geht dieser Reparaturweg, wenn noch stützendes Aluminium vorhanden und die aufgebrachte Masse nicht zu dünnschichtig wird.

    Auf Bild 3 sieht es so aus, als wären diese Vorgaben erfüllt.


    Bin gespannt.

  • Ich werde die Drehschieberfläche noch mit einem kleinen Fräser bearbeiten, dass ich nicht nur einen flachen Film auftragen kann sondern der 2K-Kleber mehr Oberfläche zur Haftung bekommt.

    Wer nach den Sternen greifen will, sollte keine Höhenangst haben! ;)

  • So, paar Minuten Zeit gefunden.


    Hier sieht man nochmal den Drehschieber:



    Und auch die KW nochmal:




    Der Kleber ist auch schon da



    Jetzt muss aber das Gehäuse erst mal richtig gereinigt werden - Updates folgen

    Wer nach den Sternen greifen will, sollte keine Höhenangst haben! ;)

  • Wenn man denkt, was heutzutage alles geklebt wird in der Industrie, warum nicht.

    Gefühlt hätte ich vielleicht auch eher so ein 2K-Zeugs zur Aluminiumreparatur verwendet, aber letztlich ist dort das Bindemittel nach dem Härten auch nur ein 2K-Duroplast.

    Bei den Massen steht glaub auch die mechanische Bearbeitung im Vordergrund nach dem Aushärten.

    Je mehr Alu da mit drin ist, desto eher zerspant es sich halt auch wie Alu.

    Die für die Haftung maßgeblichen Eigenschaften muß das Bindemittel selber mitbringen.

    Der Beizprozeß, der im Datenblatt für Aluminium beschrieben ist, ist sicher kein Nachteil.

    Bin gespannt.


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

  • Da wirds nichts zerspant.

    Das wird im weichen Zustand, mit Hilfe der Kurbelwelle, in die richtige Form gebracht ;-)

    Wer nach den Sternen greifen will, sollte keine Höhenangst haben! ;)

  • Die guten Lagerdummies...:-)

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

  • So, weiter gehts.


    Ich hab die Dichtfläche vorbereitet.

    Die Riefen weiter aufgefräst, zusätzliche "Bohrungen" gesetzt & die Dichtfläche dann komplett mit Schleifflies angeraut um die Oxidschicht zu entfernen.



    Dann wurde der Kleber gemischt im Verhältnis 1:1



    Und dann auf der Dichtfläche verteilt



    Nach 45min (Ablüften) hab ich dann einen Streifen beschichtetes Backpapier aufgelegt



    Anschliessend die Kurbelwelle eingesteckt, so dass der Drehschieber offen ist



    Dann die kleine Hälfte drauf und die KW langsam gedreht, damit der Drehschieber geschlossen ist (Achtung: Backpapier darf nicht verrutschen.

    Dann habe ich meinen Heisluftfön auf 70 Grad gestellt, an der Werkbank fixiert und das Gehäuse ca. 3h erwärmt, damit sich der Kleber nochmal gut verteilt.


    Nach 45min habe ich die KW einmal ganz langsam durchgedreht (DS wieder geschlossen). Dieses Spiel habe ich 3x wiederholt. Wieder auf das Backpapier achten!


    Über Nacht habe ich dann den Fön ausgeschalten. Morgen gehts weiter!

    Wer nach den Sternen greifen will, sollte keine Höhenangst haben! ;)

  • Ach ja,


    Nachtrag 1

    Die geschliffene Dichfläche wurde vor dem Auftragen des Klebers gründlichst mit Aceton gereinigt.


    Nachtrag 2

    Das Backpapier sollte von der Dicke den minimalen Spalt bilden, den der Drehschieber ja zwischen Dichtfläche & Kurbelwellenwange normalerweise hat.

    Hab schon mehrfach gelesen, dass bis zu 0.1mm i.O. sind - das Backpapier ist dünner.

    Somit ist nach dem Entfernen des Backpapiers alles in Toleranz.

    Wird aber auch noch gemessen.

    Wer nach den Sternen greifen will, sollte keine Höhenangst haben! ;)

  • Bin auch gespannt.

    Schön dokumentiert!

    Halt uns auf dem Laufenden!


    Gruß Paddy.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Ikone klassische Vespa! Wenn aber selbst heute noch uralte Vespas aus den Siebzigern aufgrund der schieren Menge verbastelt werden können, sollte man sich seiner zunehmend seltenen Automatik bewußt sein...

  • Schönes Thema, ich pin das mal.


    Wurde von dir bzw. dem gsf auch der andere Kleber in betracht gezogen? Siehe Anhang. Hatte diese Woche im Baumarkt beide in der Hand und konnte nur minimale Unterschiede feststellen. Habe mich dann für den selbstmischbaren entschieden (Badezimmer).


    Dann stelle ich mir da noch die Frage, ob die Kurbelwelle auch richtig positioniert wird. Eigentlich haben die Lager doch C3 oder C4 spiel oder? Ich habe immer das Gefühl beim zusammensetzen der Gehäusehälften, dass dann die Kurbelwelle erst richtiog positioniert wird. Demnach würde die in deinem Anwendungsfall runter hängen und dann beim letzendlichen Einbau weiter vom Drehschieber entfernt sein. Oder liege ich auf dem Holzweg hier?

  • Wurde von dir bzw. dem gsf auch der andere Kleber in betracht gezogen? Siehe Anhang. Hatte diese Woche im Baumarkt beide in der Hand und konnte nur minimale Unterschiede feststellen. Habe mich dann für den selbstmischbaren entschieden (Badezimmer).


    Ich habe mich einfach für den "erprobten" Kleber entschieden - in diesem Fall UHU Endfest 300.

    Das wird sicherlich auch mit anderen Klebstoffen funktionieren. Aber wieso experimentieren, wenn es Sachen gibt die funktionieren ;-)


    Dann stelle ich mir da noch die Frage, ob die Kurbelwelle auch richtig positioniert wird. Eigentlich haben die Lager doch C3 oder C4 spiel oder? Ich habe immer das Gefühl beim zusammensetzen der Gehäusehälften, dass dann die Kurbelwelle erst richtiog positioniert wird. Demnach würde die in deinem Anwendungsfall runter hängen und dann beim letzendlichen Einbau weiter vom Drehschieber entfernt sein. Oder liege ich auf dem Holzweg hier?


    hast du das gelesen? --)


    "Dann die kleine Hälfte drauf und die KW langsam gedreht, damit der Drehschieber geschlossen ist (Achtung: Backpapier darf nicht verrutschen..."



    Zur richtigen Positionierung der KW muss diese in beiden Lagern, Dummys, etc. geführt sein.

    Sonst hängt sie, wie richtig von dir bemerkt, einseitig runter und hat nicht die gleiche Ausrichtung wie im montierten Endzustand!

    Wer nach den Sternen greifen will, sollte keine Höhenangst haben! ;)